Für Bundesumweltministerin Hendricks war die Weltklimakonferenz ein Erfolg. Die Delegationen hätten ihre Aufgaben erfüllt – “das ist der Geist von Paris”, lobte sie.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat die Weltklimakonferenz in Bonn in ihrer Abschlussbilanz als Erfolg bewertet. Die 195 Staaten hätten Textentwürfe für ein Regelwerk zum Pariser Abkommen erarbeitet und damit die Erwartungen erfüllt. Alle hätten in Bonn dabei sein und mitwirken wollen, letztlich auch die USA, inoffiziell vertreten durch mehrere Bundesstaaten wie Kalifornien. “Das ist der Geist von Paris”, sagte die SPD-Politikerin. 

Beschlossen werden müsse das Regelwerk nun bei der nächsten Weltklimakonferenz in einem Jahr im polnischen Kattowitz. Die Aussage, es habe den Delegationen an Mut gefehlt, sei “schlicht und einfach falsch”, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth. “Wir haben das geliefert, was jetzt erforderlich ist.”

Hendricks bedauerte, dass Deutschland beim Thema Kohleausstieg nicht konkreter geworden sei, was international Kritik auf sich gezogen habe. “Das muss natürlich die Verhandler zu Jamaika auch aufrütteln”, sagte die scheidende Ministerin mit Blick auf die laufenden Sondierungsgespräche in Berlin. Es wäre aber “nicht anständig” gewesen, wenn sie der nächsten Bundesregierung hier vorgegriffen hätte.

Hendricks zeigte sich zuversichtlich, dass die künftige Bundesregierung bis zur Klimakonferenz in Kattowitz einen Pfad für den Kohleausstieg vorzeichnen werde. “Das wird die neue Bundesregierung auf jeden Fall machen müssen.” 

Bei dem in Arbeit befindlichen Regelwerk geht es vor allem darum, wie der klimaschädliche CO2-Ausstoß von den 195 Ländern künftig gemessen und angegeben werden soll. Alle müssen dabei die gleichen Maßstäbe anwenden. Ziel des Pariser Abkommens ist es, die Klimaerwärmung auf deutlich unter 2 Grad, möglichst sogar 1,5 Grad einzudämmen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace vermisste bei den Verhandlungen in Bonn “Mut und Enthusiasmus”. Die stärksten Impulse seien von außen gekommen, etwa von der Länderallianz, die den Ausstieg aus der Kohle angekündigt habe, kritisierte Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss. 

Auch Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), forderte erneut einen schnellen Kohleausstieg: “Die Welt steckt in der Kohlefalle – und die UN-Klimakonferenz hat daran nichts geändert”, sagte er. “Aus dieser Kohlefalle muss sich die Menschheit befreien, wenn sie die Kosten des Klimawandels begrenzen will.”

Die Konferenz spielte sich jedoch nicht nur im World Conference Center ab, wo die Delegierten verhandelten, sondern auch in der Bonn Zone. In der Zeltstadt in der Rheinaue fanden viele Hundert Veranstaltungen statt. “Ich habe öfter gehört, wie Leute gesagt haben: Hier ist der Geist von Paris zu spüren”, schloss sich Staatssekretär Flasbarth seiner Ministerin in der Bewertung der Konferenz an.

Post Author: admin

You may also like

Funktioniert die Genschere CRISPR auch ohne Schere?

CRISPR heißt jene Genschere, mit der DNA-Teile entfernt und ersetzt

Why the overwhelming majority of North Korean defectors are women

Women make up the overwhelming majority of people who defect

Energy Secretary Perry agrees to extension on pro-coal, nuclear rulemaking

Perry said 60-day deadline was reasonable, but new decision is

Visit Us On FacebookVisit Us On TwitterVisit Us On Youtube

OUR RECOMMENDATIONS