Was haben Bitcoin und Blutdiamanten miteinander zu tun? Bisher nicht viel. Aber das Startup Minespider will die Technologie hinter der Kryptowährung nutzen, um Mineralien aus Konfliktgebieten zu tracken.

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Was haben Bitcoin und Blutdiamanten miteinander zu tun? Bisher nicht viel. Aber das Startup Minespider will die Technologie hinter der Kryptowährung nutzen, um Mineralien aus Konfliktgebieten zu tracken.

Von der Mine bis zum Juwelier wechselt Gold laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mindestens achtmal seinen Besitzer. Woher die Mineralien ursprünglich stammen, ist also meist nur schwer zu ermitteln. Zum Problem wird das, weil so schnell verschleiert wird, ob das Gold unter fairen Bedingungen abgebaut wurde – meist ist das nicht der Fall. Aber durch die Technologie hinter Bitcoin könnte sich das jetzt ändern.

Dafür will Minespider jedes Kilo Gold einer verantwortungsvollen Mine mit einem digitalen Zertifikat (Token) versehen. Er zeigt den Ursprung des Goldes. Und bei jedem Weiterverkauf wird der Token mit dem Gold weitergegeben. Auch wenn das Metall mit anderem Gold eingeschmolzen und vermischt wird, kann anhand des digitalen Zertifikats nachvollzogen werden, wie viel fair gehandeltes Gold in einem neugegossenen Barren steckt. Der Verbraucher wüsste durch Minespider also stets, woher das Gold stammt.

Nathan Williams hat Minespider gegründet, damit weniger Geld an Milizen in Krisengebieten fließt, die Geld unter menschenunwürdigen Bedingungen schürfen lassen. Wer Gold mit einem Token kauft, unterstützt dann Minenbesitzer, die sich an Menschenrechte halten. Nach und nach soll so die Nachfrage nach Metall oder Diamanten aus fragwürdigen Quellen sinken. Williams vergleicht diesen Ansatz mit grünem Strom: Wer regenerative Energien bezieht, gibt sein Geld an Ökostrom-Unternehmen – auch wenn der Strom sich mit Atomenergie vermischt hat, bevor er im Haushalt ankommt.

Nathan Williams, Gründer von Minespider

Aber woher weiß Minespider, dass die Minen, die Gold mit Token verkaufen, auch wirklich keine Kinder beschäftigen oder von bewaffneten Gruppen kontrolliert werden? Es müsse Leute geben, die die Minen vor Ort überprüfen, sagt Williams. Das will Minespider über den Verkauf der Token finanzieren, durch einen sogenannten ICO (Initial Coin Offering). Minespider verkauft quasi seine eigene Bitcoin-Alternative, in die Menschen investieren können. Ein Teil dieses Geldes soll direkt an die Minenbetreiber gehen, um einen Anreiz zur Teilnahme zu schaffen.

Es gibt bereits Versuche, den Handel mit Konfliktmineralien besser zu kontrollieren – also Rohstoffe, die in Regionen abgebaut werden, in denen es regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen kommt. Zu diesen Materialien gehören neben Gold auch Zinn, Wolfram und Tantal – alles Materialien, die in jedem Smartphone verbaut sind. Oder auch Blutdiamanten, die spätestens seit dem gleichnamigen Film mit Leonardo DiCaprio vielen ein Begriff sind.

In den USA gibt es schon seit 2012 ein entsprechendes Gesetz, in Europa seit Mai dieses Jahres. Seitdem müssen die Firmen nachweisen, woher ihre Rohstoffe stammen. Die Gesetze haben aber ungewollte Nebenwirkungen: Sie sind zum De-Facto-Embargo für Rohstoffe aus bestimmten Regionen wie etwa dem Kongo geworden.

Ein anderes Problem sei es laut Williams, dass die Minenbesitzer oftmals kleine Familienunternehmen sind und die Kosten für teure Kontrollen selbst bezahlen müssen. Das schaffe einen negativen Anreiz und führe dazu, dass Minenbesitzer lieber auf dem Schwarzmarkt verkaufen, weil sie dort mehr Geld verdienen können.

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